Chullo Mütze: zwei Männer der Insel Taquile stricken Chullos am Titicacasee
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Chullo Mütze aus Peru: Bedeutung, Geschichte der Inka Mütze und wie man echtes Alpaka erkennt

Der Chullo ist die gestrickte Mütze aus den Anden mit Ohrenklappen, Kordeln und Quasten, die man in Cusco und im ganzen peruanischen Hochland sieht. In Deutschland kennen viele die Chullo Mütze als Inka Mütze oder Peru Mütze, oft noch aus den Fußgängerzonen der 1990er Jahre, wo Andenmusiker mit Panflöte auftraten. Gestrickt wird sie in Runden, […]

Der Chullo ist die gestrickte Mütze aus den Anden mit Ohrenklappen, Kordeln und Quasten, die man in Cusco und im ganzen peruanischen Hochland sieht.

In Deutschland kennen viele die Chullo Mütze als Inka Mütze oder Peru Mütze, oft noch aus den Fußgängerzonen der 1990er Jahre, wo Andenmusiker mit Panflöte auftraten.

Gestrickt wird sie in Runden, meist aus Alpaka oder Schafwolle, und ihre Farben und Muster verraten oft, aus welcher Gemeinde sie stammt.

Der Name Inka Mütze ist allerdings nur halb richtig. Die Museen erzählen eine spannendere Geschichte: andin in Zweck, Fasern und Symbolen, europäisch in der Stricktechnik, geformt über fünf Jahrhunderte in den Anden.

Wir sind ein Reiseveranstalter aus Cusco. Dieser Ratgeber verbindet Museumsquellen, die UNESCO, die offizielle peruanische Norm für Alpakafaser und das, was wir jede Woche in Chinchero, Pisac und auf den Märkten der Stadt sehen. So erkennen Sie einen echten Chullo aus Alpaka.

Was ist ein Chullo? Bedeutung der Mütze aus den Anden

Das Wort Chullo ist die spanische Form von ch’ullu aus dem Quechua. PromPerú, das staatliche Tourismusamt Perus, übersetzt es als „traditionelle Mütze aus Alpakawolle“. Auf Aymara, der Sprache am Titicacasee und in Bolivien, heißt dieselbe Mütze lluch’u.

Drei Merkmale machen einen Chullo aus:

  • In Runden gestrickt, oft mit fünf sehr feinen Nadeln.
  • Zwei Ohrenklappen, meist mit geflochtenen Kordeln, die man unter dem Kinn bindet.
  • Quasten oder Bommel an den Klappen und oft an der Spitze.
Chullo Mütze mit Ohrenklappen, geflochtenen Kordeln, Quasten und weißen Perlen
Ein festlicher Chullo: Ohrenklappen, Kordeln, Quasten und Perlenstickerei.

Ein traditioneller Chullo aus Chinchero ist in Bändern aufgebaut. Die Weberin Nilda Callañaupa vom CTTC beschreibt einen gewellten Rand, eine Bordüre aus Streifen und Karos, Bänder mit Tieren und Ackermotiven, eine Spitze mit drei Quasten und zuletzt gestrickte Ohrenklappen.

Chullo oder Beanie: der Unterschied

Eine Beanie ist eine schlichte, eng anliegende Strickmütze ohne Ohrenklappen und ohne Gemeindemuster. Der Chullo bedeckt die Ohren, wird unter dem Kinn gebunden und trägt Muster mit lokaler Bedeutung.

Viele Alpakaläden verkaufen beides: den Chullo für den Andenlook, die Beanie für den Alltag in der Stadt.

Beanie aus Alpaka ohne Ohrenklappen, die schlichte Alternative zum Chullo
Eine Beanie hat keine Ohrenklappen, keine Kordeln und keine Gemeindemuster.

Chullo, Chuyo oder Ch’ullu: die Schreibweise

Chullo ist die übliche Schreibweise im Deutschen, Spanischen und Englischen. Sie sehen auch Chuyo, weil viele Peruaner das „ll“ wie ein deutsches „j“ aussprechen: also etwa „Tschujo“. Im Quechua schreibt man ch’ullu. „Chulo“ ist ein häufiger Tippfehler.

Geschichte der Chullo Mütze: Inka Mütze oder spanische Strickkunst?

In den Anden war die Kopfbedeckung schon immer ein Zeichen von Rang. Das Metropolitan Museum of Art beschreibt die vierzipfeligen Mützen der Kulturen Wari und Tiwanaku, um 500 bis 1000 n. Chr. aus Kamelidenfaser gefertigt und wohl von Männern hohen Ranges getragen.

Diese Mützen waren geknüpft, nicht gestrickt. Das Met, das Cleveland Museum of Art und das Carlos Museum der Emory University beschreiben sie als Knoten oder Schlingentechnik. Kein Museum zeigt einen gestrickten Chullo aus der Zeit vor den Spaniern.

Das Stricken mit Nadeln kam erst mit den Spaniern im 16. Jahrhundert in die Anden, so Cynthia LeCount in Andean Folk Knitting (1990), dem Standardwerk zum Thema. Die Strickerinnen und Stricker der Anden machten die Technik mit eigenen Fasern, Farben und Symbolen zu ihrer eigenen.

Woher die Form stammt, ist umstritten. Der peruanische Historiker Arturo Jiménez Borja sah sie im spanischen birrete, andere Autoren verweisen auf den baskischen papahigo und die montera.

Einige peruanische Blogs behaupten, der Chullo sei älter als die Inka, nennen aber kein konkretes Fundstück.

Die fairste Antwort auf die Frage nach der Inka Mütze: Der Chullo ist eine Verschmelzung der Kolonialzeit. Er steht auf über tausend Jahren andiner Kopfbedeckungen, aber die mit fünf Nadeln gestrickte Mütze mit Ohrenklappen entstand nach 1532.

Wer strickt Chullos: die Männer von Taquile und die Stricker von Cusco

Ungewohnt für Europäer: In vielen Gemeinden der Anden stricken die Männer die Chullos, während die Frauen Gürtel, Ponchos und Tücher weben. Das bekannteste Beispiel ist die Insel Taquile im Titicacasee, etwa 45 km von Puno entfernt.

Die UNESCO erklärte „Taquile und seine Textilkunst“ 2005 zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit und nahm sie 2008 in die Repräsentative Liste auf.

Der Eintrag nennt den Chullo, eine gestrickte Mütze mit Ohrenklappe, als eines der typischsten Kleidungsstücke der Insel. Nachlesen können Sie ihn auf der Seite der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe.

Auf Taquile beginnen Jungen mit etwa 8 Jahren zu stricken, und der Vater strickt den ersten Chullo für sein Baby. Die UNESCO warnt auch, dass die Nachfrage der Touristen Material, Herstellung und Bedeutung mancher Stücke verändert hat.

Rund um Cusco ist die wichtigste Institution das Center for Traditional Textiles of Cusco (CTTC), 1996 von der Weberin Nilda Callañaupa Alvarez aus Chinchero gegründet.

Es arbeitet mit zehn Gemeinden: Accha Alta, Acopia, Chahuaytire, Chinchero, Mahuaypampa, Huacatinco, Patabamba, Pitumarca, Santa Cruz de Sallac und Santo Tomás.

Wer strickt, ist von Ort zu Ort verschieden. In Chahuaytire entwerfen und stricken vor allem Männer, in Accha Alta stricken Männer und Frauen. In Pitumarca stricken junge Männer perlenreiche Mützen mit Quasten für sich, ihre Söhne und für Besucher.

Mann aus den Anden strickt einen Chullo mit feinen Nadeln und trägt selbst eine Perlenmütze
In vielen Gemeinden der Anden stricken die Männer die Chullos.

Was die Farben und Symbole eines Chullo bedeuten

Ein Chullo ist eine Art Personalausweis. Nilda Callañaupa sagt, man solle an der Kleidung und den Textilien erkannt werden, die man herstellt. Jede Gemeinde wiederholt ihre eigenen Farben, Bordüren und Motive.

Die Motive stammen aus demselben Vokabular wie das pallay, die „gepflückten“ Muster der andinen Weberei. Chullos aus Chinchero zeigen Tiere wie Fuchs, Gans, Kolibri und Taube und Ackermotive wie Furchen, Pflanzen und Seile.

Das Wort pallay steckt auch im Namen des Berges Pallay Punchu, des „geschmückten Ponchos“.

Der Farbcode von Taquile

Die Guides der Insel erklären einen Code, den Besucher lieben. Die häufigste Version: Ein ganz roter Chullo zeigt einen verheirateten Mann, ein rot und weißer einen ledigen. Wie die lange Spitze fällt, soll sogar seine Stimmung verraten.

Männer der Insel Taquile mit roten Chullos mit langer Spitze und bunten Quasten
Auf Taquile heißt es, der ganz rote Chullo gehöre einem verheirateten Mann.

Verstehen Sie das als lebendige Tradition, nicht als feste Regel. Die Quellen widersprechen sich, manche vertauschen die Farben, und im Eintrag der UNESCO steht nichts davon. Erzählt wird auch, dass ein Bewerber einen Chullo stricken muss, der so dicht ist, dass er Wasser hält.

Die Bedeutung der Naturfarben

Vor den synthetischen Farbstoffen kam jede Farbe aus einer Pflanze, einem Insekt oder einem Mineral:

  • Rot, Rosa und Violett: Cochenille, die Schildlaus auf dem Feigenkaktus.
  • Blau: Indigo.
  • Grün: Blätter der ch’illka (Chilca).
  • Gelb: Blüten des q’olle.
  • Braun und Schwarz: Walnuss.

Deutungen wie „Rot ist Blut und Erde“ oder „Gelb ist die Sonne“ sind beliebt, stammen aber aus Reiseblogs, nicht aus Museen.

Belegt ist etwas anderes: Als im 20. Jahrhundert das natürliche Indigo verschwand, webten die Frauen von Chinchero die blauen Partien schwarz. Das CTTC hat das Färben mit Pflanzen Ende der 1990er Jahre wiederbelebt.

Arten von Chullos nach Region

Mit etwas Übung erkennen Sie die Herkunft eines Chullo an Form und Verzierung.

Arten von Chullos aus Peru: rote Mützen aus Taquile, mit Perlen, mit Mustern und spitze Chullos
Jede Region strickt ihre eigenen Formen, Farben und Muster.
Region Erkennungsmerkmale Wer strickt
Chinchero (Cusco) Gewellter Rand, gestreifte Bordüre, Bänder mit Vögeln und Tieren, drei Quasten oben Vor allem Männer
Chahuaytire (Cusco) Feine Motivbänder, Farben der Gemeinde Vor allem Männer
Accha Alta (Cusco) Erhabene Noppenstruktur Männer und Frauen
Pitumarca (Cusco) Handgesponnenes Alpaka, Perlen und Quasten Junge Männer
Ocongate und Ausangate (Cusco) Spitze Form, Bommel an den Klappen, viele weiße Perlen Männer
Q’eros (Cusco) Traditionelle Muster, festliche Versionen mit Perlen Männer
Taquile (Puno) Lange, schmale, weiche Spitze, fast so lang wie die Mütze; rot und weiß Männer und Jungen
Norden von Potosí (Bolivien) Lange dreieckige Ohrenklappen, strahlenförmiger Schmuck an den Kordeln Männer

Nach dem Gebrauch unterscheidet man Alltagschullos für die Feldarbeit, Chullos für Feste und Brautwerbung mit Perlen und sehr feinen Maschen, den ersten Chullo eines Kindes, den der Vater strickt, und Souvenirchullos.

Auf Taquile fiel einem Reisenden auf, dass die Mützen zum Verkauf andere Muster hatten als die, die die Männer der Insel selbst trugen.

Traditionelle Hüte und Mützen in Peru neben dem Chullo

Der Chullo ist die bekannteste, aber nicht die einzige traditionelle Kopfbedeckung Perus. Jede Region, oft jede Gemeinde, hat ihre eigene, und viele davon tragen Frauen.

  • Montera: ein flacher Festhut, gewebt oder gefilzt statt gestrickt, getragen in vielen Gemeinden um Cusco. Form und Farben wechseln von Dorf zu Dorf.
  • Bombín (Melone): der runde Hut vieler Frauen in Puno und Bolivien.
  • Kopftücher und Umhänge: Auf Taquile bedecken Frauen den Kopf mit einem dunklen Tuch statt mit einem Hut.
  • Strohhüte: breitkrempige Hüte der nördlichen Anden, gemacht gegen Sonne statt Kälte.
  • Die vierzipfelige Mütze: das Rangzeichen der Wari und Tiwanaku, heute nur noch im Museum zu sehen.

Als Faustregel gilt in vielen Gemeinden um Cusco: Männer tragen den Chullo, Frauen die Montera, auch wenn es Chullos für Mädchen gibt. Auf unseren Touren ins Heilige Tal von Peru sehen Sie an Markttagen in Chinchero beide Stile.

Chullo aus Alpaka: Baby Alpaka, Royal Alpaka und wie ein Chullo entsteht

Peru ist die Heimat des Alpakas. Das Agrarministerium (MIDAGRI) meldete am 1. August 2026 rund 4,6 Millionen Alpakas im Land, mehr als 80 % des Weltbestands, und eine Produktion von 4.713 Tonnen Faser im Jahr 2025.

Über 90.000 Familien leben davon, fast alle im Hochland.

Von der Wolle zum Chullo

Ein traditioneller Chullo entsteht in drei Schritten. Zuerst wird die Wolle gefärbt. Dann wird sie mit der Handspindel, der puska, gesponnen und zu Garn gezwirnt. Zum Schluss wird sie gestrickt, Farbe für Farbe, mit kleinen Knäueln, die am Strickstück hängen.

Chullo stricken: Hände stricken bunte Wolle mit feinen Nadeln mit zwei Spitzen
In Runden gestrickt, mit feinen Nadeln, Farbe für Farbe.

LeCount beschreibt Männer, die mit fünf feinen Nadeln mit zwei Spitzen stricken: vier bilden ein Quadrat, die fünfte arbeitet die Maschen, oft mit hakenförmigen Spitzen aus Draht.

Feine Chullos aus Pitumarca erreichen etwa 12 Maschen pro Zoll, also knapp 5 pro Zentimeter, die feinsten Stücke bis zu 21 pro Zoll.

Wie lange ein Chullo dauert, hat niemand gemessen. Ein einfaches Marktstück braucht Tage, ein feiner Chullo aus einer Gemeinde Wochen oder sogar Monate, so die Organisation Andean Textile Arts.

Baby Alpaka und Royal Alpaka: was die Etiketten bedeuten

Der häufigste Irrtum in Cusco: Baby Alpaka stammt nicht von Alpakababys. Nach der peruanischen Norm NTP 231.301:2014 ist „Baby“ eine Feinheitsklasse, gemessen in Mikrometern. Die Faser kann von Jungtieren stammen oder von erwachsenen Tieren mit sehr feinem Vlies.

Klasse (NTP 231.301:2014) Faserdurchmesser Gefühl auf der Haut
Alpaca Super Baby 20 µm oder weniger Extrem weich
Alpaca Baby 20,1 bis 23 µm Sehr weich, kratzt nicht
Alpaca Fleece 23,1 bis 26,5 µm Weich
Alpaca Medium Fleece 26,6 bis 29 µm Häufig bei Mützen
Huarizo 29,1 bis 31,5 µm Kann kratzen
Grob (Gruesa) Über 31,5 µm Kratzt

Feine Faser ist knapp: Laut Studien aus der peruanischen Forschung sind nur 8 bis 12 % eines Vlieses Babyqualität.

„Royal Alpaka“ ist ein Handelsbegriff, meist für Faser unter 19 oder 19,5 µm, aber keine offizielle peruanische Klasse, und jede Marke definiert ihn anders.

Chullo aus Alpaka in Naturfarben Grau, Braun und Weiß mit Kordeln und Quasten
Alpaka wächst in natürlichen Tönen von Weiß über Grau bis Braun.

Alpaka, Merino oder Kaschmir

Faser Typischer Durchmesser Gut zu wissen
Baby Alpaka 20,1 bis 23 µm Kein Lanolin, glatt, fällt schön
Superfeine Merinowolle Etwa 15 bis 19 µm Gekräuselt und elastisch, enthält Lanolin
Kaschmir Etwa 15,5 bis 19 µm Sehr leicht und bauschig, pillt stärker
Lama und grobes Alpaka 29 µm oder mehr Robust, kann kratzen

Ist Alpaka wärmer als Schafwolle? Viele Händler sagen ja, weil manche Alpakafasern einen teilweise hohlen Kern haben, der Luft einschließt.

Die Erklärung ist plausibel, aber wir haben keine wissenschaftliche Messung gefunden, die eine genaue Zahl belegt. Behauptungen wie „dreimal wärmer“ sollten Sie daher mit Vorsicht lesen.

Echtes Alpaka oder Acryl: so erkennen Sie den Unterschied

Die meisten billigen Chullos aus angeblichem Alpaka auf den Märkten von Cusco sind aus Acryl oder Mischgewebe.

Acryl ist nicht schlecht: billig, bunt und warm genug für einen Tag in der Stadt. Ärgerlich ist nur, dafür den Preis von Alpaka zu zahlen. Diese vier Tests helfen.

Knallbunter Souvenirchullo mit Lamas, wie er auf den Märkten von Cusco verkauft wird
Sehr grelle Souvenirmützen sind meist aus Acryl: Etikett und Preis prüfen.
  1. Der Preis. Das stärkste Signal. Ein Chullo für 15 bis 30 Soles ist aus Acryl, egal was auf dem Etikett steht.
  2. Griff und Gewicht. Alpaka fühlt sich bei der ersten Berührung kühl an, ist dichter und fällt weich; Acryl fühlt sich warm, leicht und federnd an. Prüfen Sie auch die Innenseite: Gebürstetes Acryl ist außen weich und innen rau.
  3. Das Etikett. Achten Sie auf Prozentangaben wie „100 % alpaca“ oder „50 % alpaca, 50 % acrílico“. „Alpaca blend“ oder „tipo alpaca“ bedeutet Mischung.
  4. Die Brennprobe. Nur an einem losen Faden und mit Erlaubnis. Alpaka riecht nach verbranntem Haar und zerfällt zu Asche; Acryl schmilzt zu einer harten Perle und riecht nach Plastik.

Vorsicht bei drei Tricks: alles als „Baby Alpaka“ bezeichnen, jedes Stück zum selben Preis anbieten und Maschenware als Handarbeit verkaufen. Neonfarben sind fast immer synthetisch, auch wenn traditionelle Stricker grelles Acryl bewusst einsetzen.

Chullo kaufen in Cusco: wo und zu welchem Preis (2026)

Der Preis hängt von der Faser ab und davon, wer den Chullo gestrickt hat. Dies sind Richtpreise für 2026, zusammengetragen aus Marktbesuchen und Reiseberichten. Die Eurobeträge sind gerundet.

Art des Chullo Üblicher Preis
Acryl, vom Markt 15 bis 30 Soles (etwa 4 bis 8 €)
Alpakamischung, vom Markt 30 bis 60 Soles (etwa 8 bis 15 €)
100 % Alpaka oder Baby Alpaka, Laden mit Etikett 35 bis 60 Dollar (etwa 30 bis 55 €)
Von Hand in einer Gemeinde gestrickt, Naturfarben Meist über 100 Soles (etwa 25 €)
Feiner Chullo für Feste oder mit Perlen 300 Soles oder mehr (etwa 75 €)
Chullo aus Alpaka mit gestreiften Andenmustern und Quasten, wie in Läden mit Etikett
In Läden mit Etikett steht die Faserzusammensetzung auf dem Schild.

Wo Sie suchen sollten:

  • Laden und Museum des CTTC an der Avenida El Sol in Cusco. Jedes Stück ist einer Gemeinde zugeordnet, transparenter kann man nicht kaufen.
  • Chinchero, wo der Gründungsverein des CTTC zeigt, wie Wolle gesponnen, gefärbt und gewebt wird, und Textilien der Partnergemeinden verkauft. Sonntags ist Markt.
  • Markt von Pisac, am vollsten am Sonntag. Er mischt Gemeindearbeit mit Massenware, also die vier Tests anwenden.
  • Markt San Pedro in Cusco, gut für günstige Acrylmützen als Mitbringsel.
  • Alpakaläden mit Etikett im Zentrum von Cusco, wo die Zusammensetzung auf dem Schild steht.

Unsere Tour ins Heilige Tal hält in Chinchero für eine Webvorführung, und Sie können dort direkt bei den Weberinnen kaufen.

Lieber schon vor der Reise bestellen? Hier finden Sie unsere Chullo Mützen aus Alpaka, gestrickt in Cusco, mit der Faser auf jedem Etikett.

Für die Heimreise: Alpakawaren dürfen ohne Genehmigung in die EU. Wer mit dem Flugzeug einreist, hat eine Reisefreimenge von 430 €; ein paar Chullos liegen weit darunter.

Wer bewusst Acryl kauft, macht nichts falsch, solange er Acrylpreise zahlt. Und denken Sie daran: Ein paar Soles mehr bedeuten Ihnen wenig und der Strickerin viel.

Chullo tragen und pflegen

Ziehen Sie den Chullo über die Ohren und binden Sie die Kordeln unter dem Kinn, wenn der Wind auffrischt, oder lassen Sie sie locker hängen. Er passt unter die Kapuze einer Jacke.

Frau trägt einen Chullo mit heruntergeklappten Ohrenklappen und locker hängenden Kordeln
Getragen wird er mit den Klappen über den Ohren, die Kordeln locker oder gebunden.

Ein von Hand gestrickter Chullo darf anfangs eng sitzen, denn die Wolle gibt mit der Zeit etwas nach.

Alpaka waschen: so geht es richtig

  1. Von Hand in kaltem oder lauwarmem Wasser bis 30 °C waschen, mit Wollwaschmittel ohne Enzyme oder mildem Babyshampoo.
  2. Nicht reiben, nicht auswringen. Das Wasser in einem Handtuch ausdrücken.
  3. Liegend im Schatten trocknen und mit den Händen in Form bringen.
  4. Niemals in den Trockner: Alpaka verfilzt und läuft ein.

Mit Pflanzen gefärbte Chullos beim ersten Mal allein waschen, die Farbe kann ausbluten. Oft ist Waschen gar nicht nötig: Alpaka nimmt kaum Gerüche an, und Auslüften reicht meist.

Kratzt Alpaka?

Feines Alpaka kratzt in der Regel nicht. Es enthält kein Lanolin, und Babyfasern (23 µm oder weniger) liegen deutlich unter der Dicke, ab der die Haut kribbelt, oft mit etwa 30 µm angegeben.

Grobes Alpaka und Lama können trotzdem kratzen, deshalb kommt es auf die Klasse an.

Zwei weitere Punkte: Alpaka kann pillen, auch wenn manche Läden das Gegenteil sagen, ein Fusselkamm hilft. Und wie alle Tierfasern zieht es Motten an. Bewahren Sie es sauber in einem verschlossenen Beutel mit Zedernholz oder Lavendel auf.

Der Chullo heute: Trekking, Mode und Popkultur

Auf dem Trek ist der Chullo echte Ausrüstung. Alpaka wärmt auch feucht, und die Ohrenklappen halten über 4.000 m den Wind ab. Deshalb sieht man so viele auf dem Salkantay, dem Inka Trail und am Ausangate. Er gehört auf jede Packliste für den Salkantay Trek.

Der Chullo ist auch ein Symbol Perus. PromPerú nutzt ihn im touristischen Auftritt des Landes, und 2010 setzte Präsident Alan García dem Pokal der Fußballweltmeisterschaft in Lima einen Chullo auf.

Auch die Mode hat ihn entdeckt. John Galliano schickte in der Kollektion Herbst und Winter 2002 von Dior eine peruanisch inspirierte Strickmütze mit Ohrenklappen über den Laufsteg; ein Exemplar wurde später für 7.800 Dollar versteigert.

Und am 10. Oktober 2026 standen die sieben Mitglieder von BTS mit Ponchos und Chullos auf der Bühne des Estadio San Marcos in Lima.

Häufige Fragen zur Chullo Mütze

Ist der Chullo eine Inka Mütze?

Nicht ganz. Die Inka und ältere Kulturen trugen Rangmützen, doch diese waren geknüpft. Der gestrickte Chullo mit Ohrenklappen entstand, nachdem die Spanier im 16. Jahrhundert das Stricken mit Nadeln mitbrachten.

Wie spricht man Chullo aus?

Etwa „Tschujo“, denn die meisten Peruaner sprechen das doppelte l wie ein deutsches j. Im Quechua heißt die Mütze ch’ullu.

Ist es respektlos, als Tourist einen Chullo zu tragen?

Nein. Die Stricker der Anden fertigen und verkaufen Chullos selbst für Besucher, von der Kooperative auf Taquile bis zum CTTC. Respekt heißt, bei den Herstellern zu kaufen und festliche Gemeindestücke nicht als Kostüm zu tragen.

Tragen Männer oder Frauen den Chullo?

Beide, aber in vielen Gemeinden wie Taquile, Q’eros und Chahuaytire sind Männer die wichtigsten Stricker und Träger. Frauen tragen eher Monteras, Melonen oder Tücher, auch wenn es Chullos für Mädchen gibt.

Warum hat ein Chullo Ohrenklappen?

Zum Schutz vor Kälte und Wind in großer Höhe. Taquile liegt auf etwa 3.800 m, viele Gemeinden um Cusco noch höher, wo der Nachtwind schneidend ist. Die Klappen lassen sich unter dem Kinn binden.

Was kostet ein Chullo in Peru?

15 bis 30 Soles (etwa 4 bis 8 €) für Acryl auf dem Markt, 35 bis 60 Dollar für Alpaka mit Etikett im Laden und meist über 100 Soles für einen von Hand in einer Gemeinde gestrickten Chullo mit Naturfarben.

Stammt Baby Alpaka von Alpakababys?

Nicht unbedingt. In der offiziellen peruanischen Norm ist Baby Alpaka eine Feinheitsklasse von 20,1 bis 23 Mikrometern. Die Faser kann von Jungtieren stammen oder von erwachsenen Tieren mit sehr feinem Vlies.

Wie wäscht man eine Mütze aus Alpaka?

Von Hand bis 30 °C mit Wollwaschmittel ohne Enzyme, ohne Reiben und Auswringen, dann liegend im Schatten trocknen. Kein Trockner, sonst verfilzt die Faser.

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